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Was vor der Inbetriebnahme geprüft werden muss

Die Rohrleitungen sind montiert, die Schweißarbeiten abgeschlossen und die Armaturen eingebaut. Bevor das System in Betrieb gehen kann, steht noch eine wichtige Prüfung an: die Druckprüfung. Sie soll nachweisen, dass die drucktragenden Bauteile und Verbindungen den vorgesehenen Prüfbedingungen standhalten. Dabei wird nicht nur die Qualität einzelner Schweißnähte überprüft. Auch Flanschverbindungen, Dichtungen, Armaturengehäuse und Anschlüsse müssen den Belastungen standhalten. Für die beteiligten Unternehmen ist das ein wichtiger Termin. Denn wenn bei der Prüfung eine Undichtigkeit festgestellt wird, kann das Auswirkungen auf den weiteren Montage- und Inbetriebnahmeplan haben.

Wasser oder Gas? Das Prüfmedium hängt von der Anlage ab

Im industriellen Rohrleitungsbau werden Druckprüfungen häufig hydraulisch mit Wasser durchgeführt. Wasser lässt sich nur geringfügig komprimieren. Dadurch ist die gespeicherte Energie bei einer hydraulischen Prüfung im Vergleich zu einer pneumatischen Prüfung deutlich geringer. Allerdings eignet sich Wasser nicht für jede Anwendung. Bei bestimmten Gasleitungen, feuchtigkeitsempfindlichen Systemen oder Anlagen mit besonderen Reinheitsanforderungen kann eine pneumatische Prüfung erforderlich sein. Dabei kommen beispielsweise Stickstoff oder Druckluft zum Einsatz. Weil Gase komprimierbar sind, können bei einer Beschädigung oder einem Versagen der Verbindung erhebliche Energiemengen schlagartig freigesetzt werden.

Pneumatische Prüfungen erfordern deshalb besondere Schutzmaßnahmen und eine sorgfältige Gefährdungsbeurteilung. Auch der Prüfdruck wird nicht pauschal festgelegt. Er richtet sich nach dem anzuwendenden Regelwerk, den Auslegungsbedingungen und den Eigenschaften der verwendeten Werkstoffe. Bei bestimmten Prüfungen nach der europäischen Druckgeräterichtlinie wird beispielsweise mit dem 1,43-Fachen des maximal zulässigen Drucks gerechnet. Je nach Temperatur- und Werkstoffbedingungen können jedoch andere Anforderungen maßgeblich sein.

Nicht nur die Schweißnaht muss dicht sein

Bei einer Druckprüfung wird das gesamte einbezogene Prüfsystem beansprucht. Dazu gehören neben den Rohrleitungen selbst auch Flanschverbindungen, Dichtelemente, Stutzenanschlüsse und die im Prüfbereich verbleibenden Armaturen. Gerade an den Übergängen zwischen unterschiedlichen Bauteilen können Schwachstellen auftreten.

Eine Flanschverbindung kann beispielsweise bei der Montage zunächst unauffällig sein und unter Prüfdruck dennoch eine Undichtigkeit zeigen. Auch Fehler an Schweißverbindungen oder ungeeignete Dichtungen können erst während der Prüfung sichtbar werden. Die Prüfung erfolgt unter festgelegten Bedingungen. Dazu zählen der Prüfdruck, die Prüfdauer, die Temperaturverhältnisse und die anzuwendenden Bewertungskriterien. Welche Haltezeiten einzuhalten sind und wie die Ergebnisse beurteilt werden, ergibt sich aus dem jeweiligen Prüfverfahren und den geltenden technischen Vorgaben.

Was passiert, wenn die Druckprüfung nicht bestanden wird?

Wird eine Undichtigkeit festgestellt oder erfüllt das System die vorgeschriebenen Prüfkriterien nicht, muss die Ursache ermittelt werden. Vor weiteren Arbeiten wird der betroffene Prüfbereich zunächst sicher druckentlastet. Je nach Prüfmedium und Anlage können auch Entleerung, Trocknung oder weitere vorbereitende Maßnahmen erforderlich sein. Anschließend wird untersucht, woher die Undichtigkeit stammt.

Bei Schweißverbindungen können ergänzende zerstörungsfreie Prüfungen notwendig werden. Müssen Schweißnähte nachgearbeitet werden, erfolgt dies nach den dafür geltenden technischen Anforderungen und qualifizierten Schweißanweisungen. Nach der Beseitigung des Fehlers sind die erforderlichen Prüfungen erneut durchzuführen. Das kostet Zeit, insbesondere wenn weitere Arbeiten oder die Inbetriebnahme bereits auf den erfolgreichen Abschluss der Druckprüfung abgestimmt sind.

Eine bestandene Druckprüfung beginnt bei der Fertigung

Ob eine Druckprüfung erfolgreich verläuft, hängt wesentlich von den vorherigen Arbeitsschritten ab. Bereits bei der Materialauswahl und der Vorbereitung der Schweißarbeiten müssen die technischen Anforderungen berücksichtigt werden. Dazu gehören geeignete Werkstoffe, die erforderliche Materialdokumentation und die Ausführung der Schweißverbindungen durch entsprechend qualifiziertes Personal. Auch die Montage der Flanschverbindungen und die Auswahl der Dichtungen spielen eine Rolle. Eine sorgfältige Vorbereitung kann spätere Nacharbeiten reduzieren. Die Druckprüfung selbst ersetzt allerdings weder die erforderlichen Fertigungskontrollen noch weitere vorgeschriebene Prüfverfahren.

Druckprüfungen bei VA-Engineering

VA-Engineering plant und fertigt industrielle Rohrleitungssysteme und berücksichtigt die erforderlichen Prüfungen bereits bei der Projektabwicklung. Die Ausführung und Prüfung erfolgen nach den für das jeweilige Projekt anwendbaren technischen Vorschriften, insbesondere unter Berücksichtigung der europäischen Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU und des AD 2000-Regelwerks, soweit diese einschlägig sind. Die Prüfergebnisse werden dokumentiert und bilden einen Bestandteil der technischen Übergabeunterlagen.

Sie planen ein neues Rohrleitungssystem oder Änderungen an einer bestehenden Anlage?

VA-Engineering unterstützt Sie von der technischen Planung über die Fertigung bis zu den erforderlichen Prüfungen vor der Inbetriebnahme.

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